Doppelpack von Nelisse
Red Bull Salzburg hat am Sonntag die Tabellenspitze der Tipp3-Bundesliga zurückerobert. Der Titelfavorit bezwang daheim vor 13.500 Zuschauern das weiterhin punktlose Schlusslicht Cashpoint SCR Altach ohne Probleme 3:0 (1:0).
Matchwinner war Neuzugang Robin Nelisse, der Stürmer von den Niederländischen Antillen traf in den Minuten elf und 48, für den Schlusspunkt sorgte im Finish Vladimir Janocko (84.).
Die Adriaanse-Truppe konnte sich bei teilweise strömendem Regen den Luxus leisten, durch Alexander Zickler einen Elfmeter zu verschießen (16./Krassnitzer parierte).
Klare Rollenverteilung
Die Rollen waren vor Anpfiff klar verteilt. Die Salzburger Offensivmaschinerie hatte in den ersten drei Saisonpartien gegen Mattersburg (6:0), Rapid (2:2) und Bananz Eriwan (7:0) phasenweise begeisternd aufgespielt und 15 Treffer erzielt.
Zudem hatte man die letzten zwei Heimpartien gegen Altach 4:1 und 4:0 gewonnen. Auf der anderen Seite waren die Vorarlberger mit zwei glatten Niederlagen gegen Ried (0:3) und den LASK (1:3) in die Saison gestartet.
Altach versteckt sich nicht
Auch ohne Marc Janko – der Leader der Torschützenliste wurde noch geschont – und Ngwat-Mahop (gesperrt) schien nur die Höhe des Heimerfolgs zur Debatte zu stehen.
Doch auf dem Kunstrasen sah die Angelegenheit anders aus, Altach war ein harter Brocken. Aufhauser fabrizierte beinahe per Kopf ein Eigentor (3./Außennetz), Mimm traf per Kopf die Latte (3.) und Mattle verhaute vom Fünfer (7.).
Nelisse fackelt nicht lange
Salzburg war effizienter, nach einem von Ribeiro auf der Linie geklärten Tchoyi-Kopfball (8.) saß bereits die zweite Chance. Nelisse traf nach Bodnar-Flanke aus kurzer Distanz unter die Latte (11.).
Kein Tag für Zickler
Nur fünf Minuten später hatten die Hausherren die große Chance auf das zweite Tor, Mimm riss im eigenen Strafraum Öbster zurück und verschuldete damit einen Elfmeter. Doch Zickler scheiterte mit seinem zu schwachen Schuss ins linke Eck an Krassnitzer (16.).
Für Zickler war es bereits der dritte verschossene Ligaelfer en suite, in der vergangenen Saison hatte er zuletzt gegen Payer (Rapid) und Safar (Austria) den Kürzeren gezogen.
Für den amtierenden Torschützenkönig Zickler, der nach wie vor auf den ersten Liga-Treffer der Saison wartet, ging nicht einmal 20 Minuten später ein verpatzter Abend zu Ende, der Deutsche musste mit Verdacht auf Muskelfasereinriss im rechten Oberschenkel für Jezek Platz machen (35.).
Ballverliebte Salzburger
Zicklers Kollegen taten sich weiter schwer, die Altacher machten die Räume geschickt eng und ließen kein neuerliches Chancenfestival der Adriaanse-Truppe zu, obwohl die Ballverteilung in den ersten 45 Minuten mit 72:28 Prozent eindeutig war.
Nelisse: Torjäger und Vorbereiter
Gleich nach Wiederbeginn schlug sich dieses Übergewicht im zweiten Treffer nieder. Nach wunderbarem Leitgeb-Lochpass schoss Nelisse aus elf Metern souverän ein (48.). Danach kam der Salzburg-Motor richtig ins Rollen, ein Jezek-Volley wurde von Krassnitzer entschärft (50.).
Danach wurde der Regen intensiver. Jezek und Co. mussten trotz Gelb-Rot für Mimm (77.) lange auf den dritten Treffer warten. Schließlich sorgte der eingewechselte Janocko für das 3:0. Nelisse legte mit der Brust ab, und der Slowake traf zu seinem ersten Ligator seit 14. Oktober 2006 (ebenfalls 3:0 gegen Altach).
Traditionelle Fehlstarter
Die Salzburger blieben damit auch im neunten Oberhaus-Match gegen Altach ungeschlagen, bei drei Remis hat man sechs Siege und 21:4 Tore zu Buche stehen. Altach ist mittlerweile sieben Runden sieglos.
Als kleiner Trost für Altach-Coach Fuchsbichler bleibt die Statistik. In den vergangenen zwei Saisonen war man mit vier bzw. drei Niederlagen in die Saison gestartet und hatte am Ende trotzdem den Klassenerhalt geschafft.
Stimmen zum Spiel:
Co Adriaanse (Salzburg-Trainer): “Wir hätten relativ einfach 5:0 oder 6:0 gewinnen können, haben aber einige Chancen nicht verwertet. Es ist das Recht der Mannschaften, hier in Salzburg so zu spielen, dass sie nur 0:1 oder 0:2 verlieren. Kompliment an Altach für die ersten fünf Minuten, danach haben sie aber nur mehr verteidigt. Wir hatten 70 Prozent Ballbesitz, das ist unglaublich.”
“Nelisse kann noch viel besser spielen, er muss sich erst an den Kunstrasen und den typisch österreichischen Fußball gewöhnen. Die Verletzung bei Zickler ist nicht so schlimm, aber zehn bis 14 Tage wird er uns schon fehlen.”
Robin Nelisse (zweifacher Salzburg-Torschütze): “Wir haben 3:0 gewonnen und die Tabellenführung geholt, natürlich bin ich da sehr glücklich. Es war sehr schwer für uns, denn Altach stand mit sehr vielen Spielern im Strafraum. Aber wir haben geduldig auf unsere Chancen gewartet und drei Treffer erzielt.”
Heinz Fuchsbichler (Altach-Trainer): “Im Endeffekt hat sich einfach die Qualität durchgesetzt. Ein großer Gegner für uns beim Verteidigen ist hier auch der unglaublich schnelle Kunstrasen gewesen. Kämpferisch war unsere Leistung top, aber nach vorne haben wir unsere Probleme, und das leider nicht zum ersten Mal. Wir haben gewusst, wenn wir hier auf diesem Platz mitspielen wollen, kann es auch zweistellig werden. Wir werden schon unsere Punkte holen.”
Dritte Runde, Sonntag:
Salzburg – Altach 3:0 (1:0)
Red-Bull-Arena, 13.500 Zuschauer, SR Krassnitzer
Torfolge:
1:0 Nelisse (11.)
2:0 Nelisse (48.)
3:0 Janocko (84.)
Salzburg: Ochs – Bodnar, Sekagya, Aufhauser, Gercaliu – Tchoyi (66./Vonlanthen), Kovac, Öbster (78./Janocko) – Leitgeb, Nelisse, Zickler (35./Jezek)
Altach: Krassnitzer – Mimm, Stückler, Sereinig, Kling – Rajic (61./Karatay), Guem, Ribeiro (90./Mayer), Pamminger, Pfister – Mattle (57./Konrad)
Gelb-Rote Karte: Mimm (77.)
Gelbe Karten: Janocko bzw. Ribeiro
Die Besten: Nelisse, Bodnar, Öbster bzw. Krassnitzer
Zickler scheiterte mit einem Elfer an Krassnitzer (16.).