Erster Bundesliga-Punkt seit 40 Jahren
Austria Wien hat sich nach dem enttäuschenden Auftaktremis gegen Austria Kelag Kärnten am Sonntag auch in der zweiten Runde der tipp3-Bundesliga nicht rehabilitiert.
Die “Veilchen” kamen bei Aufsteiger Kapfenberger SV Superfund nach zweimaliger Führung durch Tore von Bazina (36.) und Okotie (73.) über ein 2:2 nicht hinaus. Ein Elfer durch Liendl (53.) und ein spätes Eigentor des chinesischen Neuzugangs Sun Xiang (92.) kosteten die spielerisch nur phasenweise überzeugenden Wiener schließlich den Sieg.
Für Kapfenberg war es indes die Belohnung einer beherzten Vorstellung und der erste Zähler in der obersten österreichischen Spielklasse seit 41 Jahren.
Kapfenberg sorgte für Gefahr
Das Duell der zum Auftakt sieglos gebliebenen Teams begann durchaus gefällig. Kapfenberg versuchte im Gegensatz zum Auftakt, von Beginn an spielerische Akzente zu setzen, und sorgte durch Bernsteiner, der sich an der Torauslinie verdribbelte (6.), sowie einen Schellander-Volley (9.) schon früh für Gefahr im violetten Strafraum.
Die zweikampfstarken Gastgeber ließen kaum gute Aktionen der Austria zu, die sich in der ersten halben Stunde mit einer Handvoll Halbchancen begnügen musste. Vielmehr ließen Schönberger (24./Kopfball) und Siegl (25./Weitschuss) brauchbare Einschussmöglichkeiten ungenützt.
Sehenswertes Tor von Bazina
Der Führungstreffer für die Favoritner in der 36. Minute fiel aus den Nichts, zeigte aber auch die individuelle Klasse der Daxbacher-Elf.
Der von mehreren Kapfenbergern bedrängte Standfest brachte den Ball zu Okotie, der sich auf der rechten Seite nahe der Torauslinie mühelos gegen Rauscher durchsetzte und den Ball zur Mitte flankte, wo Bazina mit einem sehenswerten Volleyschuss die Führung und zugleich seinen ersten Treffer für Violett markierte.
Verdienter Ausgleich
Kapfenberg ließ sich aber nicht entmutigen und wurde schon bald nach dem Seitenwechsel für sein beherztes Spiel belohnt: Nach einem fragwürdigen Foul von Hattenberger, der Sencar im Strafraum angeblich gezogen hatte, netzte Liendl vom Elfmeterpunkt zum verdienten 1:1 ein (53.).
Die Wiener reagierten prompt und drängten in der Folge auf den erneuten Führungstreffer. In der 57. Minute prallte ein Bazina-Freistoß von der Latte zurück ins Feld, kurz darauf hätte Okotie per Kopf die schöne Vorarbeit Netzers fast mit einem Tor vollendet (57.).
Okotie bestrafte Kapfenberger Risiko
Kapfenberg hielt dem gestiegenen Druck vorerst aber stand, übte mit Pressing immer wieder Druck auf die Austria aus und spielte selbst mehrere zumindest im Ansatz gefährliche Aktionen heraus.
Just in jener Phase, in der Kapfenberg-Trainer Gregoritsch alles auf eine Karte setzte und Joker Wieger für Taboga brachte (70.), mussten die Gastgeber den zweiten Gegentreffer hinnehmen.
Der von der Defensive sträflich allein gelassene Okotie nahm eine gefühlvolle Vorlage von Acimovic in abseitsverdächtiger Position an und netzte aus wenigen Metern unbedrängt zum 2:1 ein (73.).
Eigentor ohne Bedrängnis
Erneut ließ Kapfenberg aber nicht nach. Schließlich sollte sich auch noch die Einwechslung Wiegers bezahlt machen.
In der zweiten Minute der Nachspielzeit flankte der 36-Jährige hoch zur Mitte, Austrias Neuzugang Sun Xiang, der auch bei seinem zweiten Auftritt nicht zu überzeugen wusste, erzielte ohne Bedrängnis ein lupenreines Eigentor und bescherte den Kapfenbergern so einen durchaus verdienten Punkt.
Sonntag:
Kapfenberg – Austria 2:2 (0:1)
Franz-Fekete-Stadion, 4.840 Zuschauer, SR Einwaller
Torfolge:
1:0 Bazina (36.)
1:1 Liendl (53./Elfer)
1:2 Okotie (73.)
2:2 Sun Xiang (92./Eigentor)
Kapfenberg: Susko – Taboga (70./Wieger), Schönberger, Rauscher, Osoinik – Lienhart, Siegl, Sencar (88./Felfernig), Schellander – Liendl, Bernsteiner (65./Kozelsky)
Austria: Safar – Standfest, Bak, Schiemer, Sun Xiang – Krammer, Hattenberger, Netzer (62./Sulimani), Acimovic – Bazina (76./Dragovic), Okotie (82./Topic)
Gelbe Karten: Schönberger, Bernsteiner, Liendl bzw. Standfest, Hattenberger
Die Besten: Sencar, Liendl, Schellander bzw. Okotie, Bazina, Acimovic