Gelungenes Gludovatz-Heimdebüt
Das Heimdebüt von SV-Josko-Ried-Trainer Paul Gludovatz in der tipp3-Bundesliga ist geglückt.
Die Oberösterreicher feierten am Freitagabend zum Auftakt der dritten Runde gegen Aufsteiger Kapfenberger SV Superfund einen 2:1-Heimsieg und übernahmen vorerst die Tabellenführung. Die Steirer müssen hingegen weiter auf ihren ersten Oberhaus-Sieg seit 41 Jahren warten.
Stefan Lexa (13.) und Daniel Toth (63.) erzielten die Treffer der Gastgeber, Robert Schellanders zwischenzeitlicher Ausgleich (39.) konnte am verdienten Sieg der Rieder nichts ändern.
Ried mit Stocklasa und Hadzic
Ried bot vor 5.700 Zuschauern im Fill-Metallbau-Stadion erstmals den Liechtensteiner Teamspieler und Verteidiger Martin Stocklasa auf, auch der 18-Jährige Anel Hadzic durfte erstmals von Beginn an ran.
Kapfenberg-Coach Werner Gregoritsch, der nach wie vor auf die Neuzugänge Milan Fukal, Eric Akoto und Pero Pejic verzichten musste, beorderte Andreas Schönberger vor die Abwehr und ließ David Sencar auf der Bank.
Lexa trifft per Innenstange
Nach rund zehn Minuten des Abtastens rissen die Gastgeber die Initiative an sich und gingen prompt in Führung: Lexa vollendete die Vorarbeit von Herwig Drechsel und Hadzic mit einem präzisen Weitschuss, der vorbei an den Fingerspitzen von Goalie Kamil Susko von der linken Innenstange ins Tor ging (13.).
Die Oberösterreicher machten weiter Druck, Andreas Bammer (23.) und Ewald Brenner mit einem schönen direkten Freistoß knapp vorbei am Kreuzeck (33.) sorgten für brenzlige Situationen.
Zweiminütige Schrecksekunde um Kujabi
Eine Rieder Schrecksekunde nach etwas mehr als einer halben Stunde währte dann rund zwei Minuten: Pai Saikou Kujabi, der nach einem Kopfballduell mit Dominique Taboga scheinbar ohnmächtig liegen blieb, war kurzfristig von Erste-Hilfe-Kräften umringt, stand dann aber etwas benommen auf und konnte schließlich weiterspielen.
Ausgleich wie aus heiterem Himmel
Der Ausgleich für die „Falken“ fiel wie aus heiterem Himmel respektive einem Eckball: Andreas Rauscher verlängerte die scharfe, flache Hereingabe, der ideal postierte Schellander köpfelte zum 1:1 ein (39.).
Für verfrühten Jubel und Aufregung aufseiten der Rieder sorgte noch kurz vor dem Seitenwechsel ein Pfiff von Schiedsrichter Robert Schörgenhofer, der einem Lexa-Treffer aus direktem Freistoß wegen eines angeblichen Fouls an Susko die Anerkennung verweigerte (44.).
Entscheidung durch „Joker“ Toth
Auch in der zweiten Halbzeit blieben die Rieder spielbestimmend. Die auf eine verstärkte Offensive abzielenden Wechsel der Kapfenberger (Kozelsky für Bernsteiner und Wieger für Rauscher) brachten keinen echten Umschwung.
Dementsprechend verdient fiel auch das 2:1 für die Oberösterreicher: Eine aus dem Abwehrzentrum weggeköpfte Drechsel-Flanke setzte der am Sechzehner lauernde und kurz davor für Kujabi eingewechselte Toth ins Netz (63.). Schon zuvor hatte Kujabi die Stange getroffen (50.) und konnte Susko einen Drechsel-Schuss erst im Nachfassen bändigen (53.).
Die Drangphase der Obersteirer währte nach dem erneuten Gegentreffer nur rund zehn Minuten, ein echtes Aufbäumen blieb aus. Susko musste vielmehr noch einen wuchtigen Drechsel-Schuss parieren (76.), Lexa verdribbelte sich in aussichtsreicher Position im Strafraum (78.).
Stimmen zum Spiel:
Paul Gludovatz (Ried-Trainer): „Das war mit Sicherheit nicht der Trainereffekt. Ich habe eigentlich zwei gleich starke Mannschaften gesehen, aufgrund der Torchancen haben wir aber verdient gewonnen.“
Daniel Toth (Ried-Siegestorschütze): „Wir wollten heute einfach gewinnen. Dass ich auch noch das 2:1 geschossen habe, ist einfach wunderbar. Die Kapfenberger sind weit drinnengestanden. Wir haben uns lange Zeit schwergetan, aber der Sieg zählt.“
Werner Gregoritsch (Kapfenberg-Trainer): „Ich habe eine Mannschaft gesehen, die unentschieden hätte spielen können. Ein Eigenfehler hat uns das Remis gekostet. Ein Kopfball darf nie ins Zentrum zurückgeköpfelt werden. Bei diesen Fans ist dann auch ein bisschen Nervenflattern dazugekommen. Mir tut es leid, aufgrund der Einstellung und des Kampfgeistes hätte sich die Mannschaft ein Remis verdient. Wir zahlen Lehrgeld. Die Qualität der Einzelspieler von Ried ist so, dass sie ein Spiel entscheiden können.“
Freitag:
Ried – Kapfenberg 2:1 (1:1)
Fill-Metallbau-Stadion, 5.700 Zuschauer, SR Schörgenhofer
Torfolge:
1:0 Lexa (13.)
1:1 Schellander (39.)
2:1 Toth (63.)
Ried: Gebauer – Brenner, Glasner, Stocklasa, Ulmer – Lexa, Kovacevic, Drechsel, Hadzic (69./Strak), Kujabi (57./Toth) – Bammer (76./Hofer)
Kapfenberg: Susko – Osoinik, Taboga, Rauscher (68./Wieger), Reiter (75./Felfernig) – Lienhart, Siegl, Schönberger, Schellander, Liendl – Bernsteiner (54./Kozelsky)
Gelbe Karten: Stocklasa, Lexa bzw. Reiter, Taboga, Rauscher, Schönberger
Die Besten: Ulmer, Lexa, Drechsel bzw. Siegl, Schellander