Schlagabtausch in Hütteldorf
Rapid und Red Bull Salzburg haben sich am Samstag im Spitzenspiel der 2. Runde der tipp3-Bundesliga einen packenden Schlagabtausch geliefert.
Meister und Vizemeister trennten sich vor 17.000 Zuschauern bei phasenweise sehr starkem Regen im Hanappi-Stadion 2:2 (2:2). Die vier Treffer fielen allesamt in der ersten halben Stunde und wurden von Hofmann (17./Elfmeter) und Maierhofer (31.) bzw. Janko (9., 26.) erzielt.
Janko mit Zerrung out
Die Salzburger mussten dabei fast eine komplette Spielhälfte in Unterzahl antreten, denn Ngwat-Mahop sah wegen einer Tätlichkeit gegen Tokic die Rote Karte (49.). Überdies verloren die “Bullen” Doppeltorschützen Janko bereits kurz vor der Pause wegen einer Zerrung.
Der 25-Jährige spielte damit bei seinem Triple gegen Mattersburg nur 64 und gegen Rapid nur 43 Minuten, hält aber nach seinen 107 Einsatzminuten schon bei fünf Saisontreffern. Nach Angaben der Salzburger war der Wechsel “eine reine Vorsichtsmaßnahme”.
Rapid mit Hoffer und Maierhofer
Salzburgs Coach Co Adriaanse nahm im Vergleich zum fulminanten 6:0-Auftakt gegen Mattersburg eine Änderung vor, Leitgeb begann im linken Mittelfeld statt Öbster.
Rapids Meistermacher Peter Pacult ließ im Gegensatz zum 1:3 in Graz mit zwei Stürmern beginnen und vertraute dabei mit Hoffer und Maierhofer auf jenes Duo, dass beim 7:0-Triumph in Salzburg für fünf der sieben grün-weißen Treffer gesorgt.
Hoffer gleich im Mittelpunkt
Und Hoffer, der damals in der siebenten Minute das 1:0 erzielt hatte, hätte auch diesmal für die frühe Führung sorgen können, verfehlte jedoch gleich in der Anfangsphase zweimal das Tor (1., 4.).
Danach übernahmen die Gäste das Kommando. Zunächst hatten die Rapidler Glück, dass Schiri Drabek ein klares Hands von Heikkinen im eigenen Strafraum nicht sah (7.). Doch dann bezahlten die Hütteldorfer einen Katzer-Kopfball Richtung eigenes Tor mit dem 0:1, Janko war zur Stelle und ließ Koch keine Chance (9.).
Kurzer Jubel bei Rapid
Koch rettete dann gegen Zickler (13.) und fast im Gegenzug kamen die Rapidler per Elfmeter zum Ausgleich. Der diesmal schwache und unsichere Sekagya brachte Hoffer zu Fall und Hofmann traf souverän, platziert und flach ins linke Eck (17.).
Die Aufbruchsstimmung beim Meister währte jedoch nur wenige Minuten, denn Janko war nach 25 Minuten wieder zur Stelle. Der 25-Jährige verwertete einen Zickler-Querpass mit traumwandlerischer Sicherheit zur neuerlichen Führung.
Maierhofer mit dem Fuß
Die fulminante erste halbe Stunde im “St. Hanappi” wurde mit dem 2:2 gekrönt, nach herrlicher Boskovic-Flanke von links knallte Maierhofer den Ball aus kurzer Distanz in die Maschen (31.).
Danach brach über Hütteldorf ein Unwetter herein, starker Wind und starker Regen setzten urplötzlich ein. Der bemühte Hoffer hatte auch bei diesen Bedingungen kein Abschlussglück und scheiterte an Ochs (45.).
Ausschluss und zweimal Stange
Der erste Höhepunkt der zweiten Spielhälfte war ein negativer, nämlich ein Ausschluss. Tokic und Ngwat-Mahop gerieten aneinander, der Kameruner verpasste dem Kroaten eine leichte “Watschn” und sah dafür Rot (49.).
Sekunden später traf Zickler per Kopf die Latte (50./Koch war mit den Fingerspitzen dran). Der Regen blieb intensiv, das Spiel ebenfalls. Auch Rapid scheiterte an Aluminium, Boskovic traf nach Hoffer-Vorlage die rechte Stange (63.).
Rapid im Finish an die Latte
Rapid hatte in numerischer Überlegenheit mehr vom Spiel, doch Salzburg rettete sich über die Zeit. Auch mit reichlich Glück, denn Maierhofer scheiterte im Finish an der Latte (88.).
Rapid hat damit immerhin den ersten Saisonzähler gesammelt und ist seit 1. Dezember 2007 (1:3 gegen Salzburg) daheim ungeschlagen, Titelfavorit Salzburg hat die erste Auswärtsbewährungsprobe unter Adriaanse ungeschlagen überstanden.
Stimmen zum Spiel:
Peter Pacult (Rapid-Trainer): “Die Zuschauer sind bei diesem Spiel voll auf ihre Rechnung gekommen. Das waren 90 Minuten mit großer Leidenschaft. So werden viele Fans zu den Spielen in die Stadien kommen. Irgendwie mussten wir immer hinterher laufen, obwohl wir genügend Chancen hatten.
Wir hätten das Spiel für uns entscheiden können. Aber bei zweimaligem Rückstand muss man mit dem 2:2 irgendwie auch zufrieden sein. Salzburg hat in Unterzahl perfekt gespielt, dafür haben sie genügend Qualität und Erfahrung. Aber wir haben das abgerufen, was uns in der Meistersaison stark gemacht hat. Wir spielen Fußball und lassen uns sicher nicht aus der Bahn werfen.”
Stefan Maierhofer (Rapid-Torschütze): “Die Vorarbeit war wichtiger als das Tor, ich musste nur noch vollenden. Leider haben wir nur unentschieden gespielt, das sind zwei verlorene Punkte. Das Quäntchen Glück hat gefehlt. Aber den Fans wurde Kampf, Leidenschaft und Begeisterung geboten, sie haben ein sehr gutes Spiel gesehen. Salzburg ist ein Team, das mitspielt, das kommt uns entgegen.”
Co Adriaanse (Salzburg-Trainer): “Ich bin froh über dieses Spiel von beiden Mannschaften, es war sehr angenehm zuzuschauen. Wir waren 20 Minuten sehr gut und hatten viele Chancen. Danach wurde Rapid besser und besser und wir haben noch dazu Janko verletzt verloren. Wir sind nach Wien gekommen, um drei Punkte zu machen. Das ist nicht gelungen, deshalb bin ich unzufrieden. Die Rote Karte von Ngwat-Mahop wird sicher Konsequenzen haben, das werden wir intern lösen. Auch in der Vorbereitung sah er Rot, aber er hat nichts gelernt. Das war sehr, sehr dumm.
Ich werde die offensive Spielweise auch auswärts beibehalten. Das habe ich schon mehrmals gesagt. Jeder Trainer hat seinen Stil, jeder Maler hat seinen Stil. Rembrandt machte ja auch nicht auf einmal einen Van Gogh.”
Marc Janko (Salzburg-Doppeltorschütze): “Die Verletzung ist nicht schlimm, der Muskel hat ein wenig zugemacht. Fürs UEFA-Cup-Match am Donnerstag könnte es knapp werden, aber am kommenden Wochenende sollte es wieder passen. Ich freue mich, dass ich derzeit so gut treffe. Aber im Endeffekt zählt nur, wie es am Ende der Saison ausschaut.
Das Thema EM ist jetzt schon so oft angesprochen worden, ich bin niemandem böse. Teamchef Hickersberger musste eine Entscheidung treffen und hat sich so entschieden. Im Nachhinein sind immer alle gescheiter, das ist typisch österreichisch.”
Samstag:
Rapid – Salzburg 2:2 (2:2)
Hanappi-Stadion, 17.000 Zuschauer, SR Drabek
Torfolge:
0:1 Janko (9.)
1:1 Hofmann (17./Elfer)
1:2 Janko (26.)
2:2 Maierhofer (31.)
Rapid: Koch – Dober, Tokic, Patocka, Katzer – Hofmann, Heikinnen,
Kulovits, Boskovic – Maierhofer, Hoffer (76. Jelavic)
Salzburg: Ochs – Boussaidi, Sekagya, Aufhauser, Gercaliu – Tchoyi,
Ngwat-Mahop, Kovac, Leitgeb (83. Janocko) – Janko (43. Nelisse),
Zickler (80. Meyer)
Rote Karte: Ngwat-Mahop (49./Tätlichkeit)
Gelbe Karten: Hoffer, Dober, Boskovic bzw. Tchoyi, Ngwat-Mahop
Die besten Spieler: Hoffer, Boskovic bzw. Janko, Leitgeb, Zickler
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